Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Nachdem gestern abend mit einem schönen Feuerchen und leckerem Grillfleisch bei schönsten Wetter die Grillsaison eröffnet worden ist, war heute Sturmwetter angesagt.So heftig , das ich nicht aufs Laufband ging ,sondern nach draußen mußte.Bergtraining und schlimmstes Sturmwetter hörte sich gut an und so packte ich mich wetterfest ein und schnappte mir alles was ich brauchte. Vorsichtshalber auch die Kamera mitgenommen um gegebenenfalls schöne Bilder zu machen.Bilder habe ich auch gemacht. Von umgestürtzten Bäumen ,die mir den Weg versperrten und zerstörten Pavillion.
Ich habe das Sauwetter richtig genossen. Der Regen fühlte sich wie feine Nadelstiche an. Bei Gegenwind bin ich zum Walker unfreiwilligen Walker geworden und bergab mit Rückenwind bin ich zu neuen Geschwindigkeitsrekorden gelaufen.Der Wind drückte meine Beine mit solcher Kraft zur Seite , das ich unfreiwillig mit den Füßen in Pfützen landete. Bei jedem Baum , an dem ich vorbeilief , kam zusätzliche Spannung auf, weil es knarrte und krachte. Mehrfach war der Weg zum Berggipfel durch zuvor umgestürzte Bäume versperrt und ich mußte drunter oder drüber klettern.Überall lagen Stöcke auf dem Weg ,die zum Stolpern einluden.
Alles in allem war es ein sehr schöner Lauf. Ich habe gemerkt, wie mein Körper lebt und arbeiten muß um vorwärts zu kommen. Ich habe das Laufen genossen und mich darauf gefreut, hier was zu schreiben und meine Bilder zu zeigen.
Zuhause habe ich dann erfahren , das zur gleichen Zeit eine Joggerin im nahegelegenden Köln das dritte Sturmopfer geworden ist.Das ist ganz schön gruselig , wenn ich mir vorstelle , das sie höchstwahrscheinlich mit genauso viel Freude gestartet ist und das Laufen auch so genossen hat , wie so viele andere Läufer heute.Vielleicht hat sie sogar eine Kamera dabei gehabt.Es hätte auch jeden andern treffen können .
Ich bin jedenfalls froh und dankbar , das ich weiterlaufen und besonders weiterleben darf und vielleicht laufe ich bei dem nächsten Sturmtief doch wieder auf dem Laufband .
Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und haben mein aufrichtiges Beileid.


